gewillkürte Erbfolge

Die gewillkürte Erbfolge tritt aufgrund einer letztwilligen Verfügung ein. Dies bedeutet, der Verstorbene muss zu Lebzeiten mittels Testament oder Erbvertrag Bestimmungen über seinen Nachlass getroffen haben.
Solange man lebt, kann man frei über sein eigenes Vermögen verfügen und demnach auch bestimmen was damit nach dem eigenen Tod geschehen soll.

Erbfolge

Die Erbfolge kann frei bestimmt werden. Man ist nicht an die gesetzliche Erbfolge gebunden.
Es können auch Dritte, die nicht zur Familie gehören, ein Verein oder ähnliches als Erbe oder sogar als Alleinerbe eingesetzt werden.
Der Erblasser kann nach eigenem Ermessen einen oder mehrere Erben einsetzen, Teilungsanordnungen treffen, Vor- und Nacherben und sogar Ersatzerben bestimmen, Gegenstände oder bestimmte Geldbeträge als Vermächtnisse zuwenden und die Testamentsvollstreckung anordnen usw.

Testament

Beim Testament wird unterschieden das notarielle Testament (Mindestalter 16 Jahre) vom privatschriftlichen Testament (Mindestalter 18 Jahre).
Ein Testament kann also auch privatschriftlich ohne notarielle Mitwirkung rechtsgültig geschlossen werden. Voraussetzung ist die Testierfähigkeit.
Eheleute und seit 2001 auch eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner können ein gemeinsames Testament errichten.
Ein Testament kann jederzeit geändert, widerrufen oder ersetzt werden.

Erbvertrag

Beim Erbvertrag ist notarielle Beurkundung zwingend.
Der Erbvertrag ist ein bindender Vertrag mit dem zukünftigen Erben. Bei einer Aufhebung oder Änderung müssen beide Vertragspartner mitwirken.
Aufgrund der Bindung mit dem zukünftigen Erben wurde der Abschluss eines Erbvertrages schon oft bitter bereut.

Empfehlung:  
Holen Sie sich vor Errichtung einer letztwilligen Verfügung kompetenten Rat ein. Etwaige Fehler oder Versäumnisse können fatale Auswirkungen haben.