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Erbrecht - Lexikon

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Hier werden Ihnen Begriffe zum Thema Erbrecht erläutert. Vermissen Sie einen Begriff oder ein Thema zum Erbrecht, senden Sie uns einfach eine Nachricht. Wir ergänzen unser ABC Erbrecht unverzüglich und informieren Sie darüber.

- A -

Ausschlagung einer Erbschaft:
Ein häufiger Grund für die Ausschlagung einer Erbschaft ist die Überschuldung des Nachlasses. Aber auch ein rechnerisch höherer Pflichtteilsanspruch und andere Gründe können dazu führen, dass die Ausschlagung der Erbschaft die günstigere Alternative ist.
Durch die Ausschlagung einer Erbschaft verliert der Erbe rückwirkend die durch den Erbfall eingetretene Erbenstellung. Nach der Ausschlagung der Erbschaft fällt die Erbschaft demjenigen zu, der ohnehin hierzu berechtigt wäre, wenn der ausschlagende Erbe beim Erbfall nicht gelebt hätte. Ist kein weiterer gesetzlicher Erbe vorhanden, erbt der Staat.

- B -

"Behindertentestament"
Ein sogenanntes Behindertentestament hat zum Ziel die dauerhafte Versorgung der Kinder nach dem Tod der Eltern zu sichern. Gleichzeitig soll aber der Nachlass vor dem Zugriff der Sozialhilfeträger geschützt werden. Gestaltungen zum Schutze des Vermögens vor dem Zugriff des Staates sind grundsätzlich nicht sittenwidrig.
Mit dem Behindertentestament soll erreicht werden:
Zu Lebzeiten das Vermögen des Erblassers vor dem Zugriff der Solzialhilfeträger zu schützen
Zu Lebzeiten des behinderten Kindes durch Leistungen aus der Erbschaft seine Situation zu verbessern
Nach dem Tod des Behinderten soll das Vermögen nicht automatisch dem Sozialhilfeträger überlassen werden.
Für ein Behindertentestament gibt es keine pauschalen Lösungen. Deshalb ist eine Beratung unumgänglich.

- E -

Erbengemeinschaft:
Erben mehrere Personen, gehört der Nachlass den Erben gemeinsam. Das bedeutet kein Erbe kann über einen einzelnen Gegenstand allein verfügen. Beim Verkauf oder Kauf müssen alle Erben mitwirken. Dieser Zustand kann nur beendet werden, indem die Erben eine Erbauseinandersetzung vornehmen. Der Nachlass oder der Erlös aus dem Nachlass wird unter den Miterben entsprechend der Erbquote verteilt.

- F -

Familiengesellschaft oder Familienpool:
In der Praxis erfreut sich bei der Übertragung von Vermögen zu Lebzeiten die Familiengesellschaft (Familienpool) großer Beliebtheit. Die Familiengesellschaft kombiniert eine Reihe von Vorteilen, die andere Gestaltungen nicht haben. Mehr ...

- G -

Gesetzliche Erbfolge:
Die gesetzliche Erbfolge gilt nur wenn
- keine wirksame letztwillige Verfügung vorliegt
- die letztwillige Verfügung nur einen Teil des Nachlasses umfasst
- der eingesetzte Erbe das Erbe ausschlägt
- der eingesetzte Erbe nachträglich für erbunwürdig erklärt wurde
- das Testament erfolgreich angefochten wird
mehr...

gesetzlicher Voraus:
siehe Voraus

Grundbuch:
Durch den Tod sind Grundbucheintragungen unrichtig geworden und müssen berichtigt werden. Eine Berichtigung erfolgt nicht automatisch. Der Erbe muß einen entsprechenden Antrag beim Grundbuchamt stellen. Die Berichtigung des Grundbuchs ist nur kostenfrei, wenn sie innerhalb von 2 Jahren nach dem Erbfall beantragt wird.

- H -

Haftungsbeschränkung:
Jeder Erbe kann die Haftung für die geerbten Schulden auf den Nachlass beschränken. Die Gläubiger können sich zwar noch mit ihren Forderungen an den Nachlass halten, aber das eigene Vermögen bleibt geschützt. Für eine Beschränkung der Haftung muss beim Nachlassgericht eine Anordnung der Nachlassverwaltung oder die Eröffnung eines Nachlassinsolvenzverfahrens beantragt werden. Was übrig bleibt, wenn alle Schulden bezahlt sind, erhalten die Erben.

- N -

Nachlassgericht:
Außerhalb von Baden-Württemberg ist das Amtgericht das Nachlassgericht und in Baden-Württemberg das Notariat. Für das Nachlassverfahren ist immer das Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Verstorbende seinen Wohnsitz hatte, zuständig. Das Nachlassgericht ist zuständig für die Testamentseröffnung, nimmt Erbausschlagungen entgegen und erteil auf Antrag einen Erbschein.


Nachlassverzeichnis:
Im Nachlassverzeichnis sind alle Nachlassgegenstände mit Angaben zum Wert aufzulisten. Jeder Erbe ist verpflichtet über den Nachlass Auskunft zu erteilen in Form eines Nachlassverzeichnisses. Weiter muss der Erbe zu pflichteilsmindernden Schenkungen Stellung nehmen. Schulden werden ebenfallsl im Nachlassverzeichnis aufgeführt. Zu den Schulden zählen auch die Aufwendungen für die Beerdigung und Grabpflege, die Kosten der Nachlassverwertung sowie die Aufwendungen bestehender Pflichtteilsansprüche oder Pflichtteilsergänzungsansprüche sowie die Aufwendungen von Vermächtnissen und Auflagen. Bei begründetem Verdacht, dass das Nachlassverzeichnis nicht ordnungsgemäß erstellt wurde kann eine eidesstattliche Versicherung verlangt werden.

- P -

Pflichtteil:
Was ist der Pflichtteil?
Der Pflichtteil ist immer ein reiner Geldanspruch. Er ist eine Art gesetzlich garantierter "Mindesterbanteil" in Geld für gesetzliche Erben, die im Rahmen der gewillkürten Erbfolge im Testament oder Erbvertrag nicht berücksichtigt worden sind.
Der Pflichtteil besteht immer in dem hälftigen Wert des gesetzlichen Erbteil in Geld und richtet sich immer gegen den oder die Erben.

Pflichtteilsergänzungsanspruch:
Der Pflichtteilsergänzungsanspruch ist ein zusätzlicher Anspruch des Pflichtteilsberechtigten aus Schenkungen vor dem Erbfall an die Erben.
Der Wert aller Schenkungen, die der Eblasser in den letzten zehn Jahren vor seinem Tod getätigt hat, wird zur Bemessung des Pflichtteils dem Nachlass hinzugerechnet. Gehen Schenkungen an den Ehegatten beginnt die Frist nicht vor Auflösung der Ehe.

- Q -

Quotenvermächtnis:
Das Quotenvermächtnis ist ein Geldvermächtnis, dessen Höhe sich nach dem Wert eines Bruchteils des Nachlasses (Nachlassquote) bestimmt.


- T -

Testament:
Das Tstament ist eine Verfügung von Todes wegen, in dem der Erblasser alle letztwilligen Anordnungen treffen kann, stets aber eine Erbeinsetzung (gewillkürte Erbfolge) vornimmt. Mehr ...

Testamentsvollstrecker:
Der Testamentsvollstrecker ist eine zur Durchführung der Testamentsvollstreckung ernannte Person. Der Testamentsvollstrecker wird vom Erblasser durch Testament ernannt. Daneben kann der Erblasser die Bestimmung der Person des Testamentsvollstreckers auch einem Dritten überlassen. Die Annahme des Amtes ist freiwillig und bedarf der Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht. Der Testamentsvollstrecker hat sich durch eine vom Nachlassgericht ausgestellte Urkunde (Testamentsvollstreckerzeugnis) auszuweisen.

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- V -

Voraus:
Der gesetzliche Voraus regelt, dass ohne Rücksicht auf den Wert oder tatsächlichen Gebrauch alle Gegenstände des ehemaligen gemeinsamen Haushalts allein dem Ehepartner verbleiben. Miterben sind von diesen Gegenständen ausgeschlossen. Zum Voraus gehören insbesondere die Haushaltsgegenstände, Möbel, Wäsche, Wohnungsschmuck, Teppiche, Bilder, Musikinstrumente, Bücher, TV, Kamera und auch der gemeinsam genutze Familien-PKW.
Nicht zum Hausrat und somit auch nicht zum Voraus gehört was den besonderen beruflichen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Zwecken des Erblassers dient, wie beispielsweise Gegenstände des persönlichen Gebrauchs, wie Schmuck, Kleider, eine wissenschaftliche Bibliothek oder Sammlung sowie ein beruflich genutzter PKW.