gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge gilt nur wenn:

- keine wirksame letztwillige Verfügung (Testament / Erbvertrag) des Verstorbenen vorliegt
- die letztwillige Verfügung nur einen Teil des Nachlasses umfasst
- der eingesetzte Erbe die Erbschaft ausschlägt
- der eingesetzte Erbe nachträglich für erbunwürdig erklärt wird
- das Testament erfolgreich angefochten wird

Wonach richtet sich die gesetzliche Erbfolge?

Nach dem deutschen Erbrecht erben grundsätzlich nur Verwandte im Sinne der Blutsverwandtschaft, nicht verwandt im Sinne des Erbrechts sind Verschwägerte.
Adoptivkinder sind allerdings den leiblichen Kindern gleichgestellt.
Ausnahme von diesem Grundsatz ist das Erbrecht des Ehegatten und seit 1. August 2001 das Erbrecht des eingetragenen Lebenspartners.

Das Erbrecht der Verwandten besteht nicht für alle Verwandten gleichermaßen.
Es wird eine Unterscheidung nach Ordnungen vorgenommen.

Unterscheidung nach Ordnungen

Ordnungen Verwandte des Erblassers Erbteil Ehegatte bei Zugewinngemeinschaft Erbteil Ehegatte bei Gütergemeinschaft
1. Ordnung Kinder, Enkel, Urenkel Anteil 1/2 Anteil 1/4
2. Ordnung Eltern, Geschwister Anteil 3/4 Anteil 1/2
3. Ordnung Großeltern, deren Kinder Anteil 3/4 Anteil 1/2
4. Ordnung Urgroßeltern, deren Kinder 100 % 100 %
5. Ordnung Entfernte Verwandte und deren Abkömmlinge 100 % 100 %
Wichtig:  
Sind Erben der ersten Ordnung vorhanden, kommt ein Erbrecht von Verwandten der höheren Ordnung (2 - 5) nicht in Betracht.

Erbteil des Ehegatten bei gesetzlicher Erbfolge

Aus der vorstehenden Tabelle ist ersichtlich, dass die Größe des Erbteils vom Ehegatten von verschiedenen Faktoren abhängt und zwar:
- vom Güterstand der Ehepartner
- ob Kinder oder Enkelkinder vorhanden sind
- ob die Eltern noch leben

Empfehlung:  
Solange Verwandte der ersten drei Ordnungen vorhanden sind, erbt der Ehepartner nach der gesetzlichen Erbfolge nie das ganze Vermögen. Unsere Empfehlung: Lassen Sie sich beraten und errichten Sie ein Testament.