Erbschafsteuerreform 2008 bringt viele Änderungen

Bundesrat verabschiedet die Erbschaftsteuerreform 2008,
das Erbschaftsteuerreformgesetz gilt ab 1. Jan. 2009.

Für Ebfälle, die nach dem 31.12.2006 und vor dem Inkrafttreten der Reform eingetreten sind, ist ein Wahlrecht zur Anwendung des alten Rechts vorgesehen.

Vergünstigungen für die Kernfamilie

Neue Freibeträge

Das neue Recht sieht vor, dass Ehegatten, Lebenspartner, Kinder und Enkelkinder künftig höhere Steuerbeträge haben. Mehr dazu ...

Neue Steuersätze

Die Steuersätze für Angehörige der Steuerklasse II und Steuerklasse III beginnen in Zukunft bei 30 % und sind somit wesentliche höher als bisher. Mehr dazu ...

Immobilienvermögen

Selbstgenutze Wohnimmobilien:
Steuerfrei bleibt die Übertragung von selbstgenutztem Wohneigentum an Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder unabhängig vom Wert des Gebäudes, falls über zehn Jahre keine Vermietung und kein Verkauf erfolgt. Erbt das Kind bleiben maximal 200 qm Wohnfläche steuerfrei. Ist die Wohnung größer muss vom übersteigenden Wert Erbschaftsteuer gezahlt werden falls die Erbschaftsteuerfreibeträge überschritten werden. Mehr dazu ..
Bewertung mit dem Verkehrswert:
Immobilienvermögen wird künftig mit dem Verkehrswert bewertet. Ein Abschlag von 10 % wird vorgenommen, falls die Immobilie zu Wohnzwecken vermietet wird.

Betriebsvermögen: Zwei Opitionen für Firmenvermögen

Option 1: Verschonung von 85 % Betriebsvermögen

Voraussetzung:
Der ererbte Betrieb wird im Kern sieben Jahre fortgeführt
Die Lohnsumme darf nach sieben Jahren nicht unterhalb von 650 % der Lohnsumme zum Erbzeitpunkt liegen.
Der Anteil am Verwaltungsvermögen am betrieblichen Gesamtvermögen darf höchstens 50 % betragen.
Kleinsbetriebe bekommen einen gleitenden Abzugsbetrag von € 150.000 gewährt.

Option 2: Verschonung 100 % Betriebsvermögen

Voraussetzung:
Der ererbte Betrieb wird 10 Jahre fortgeführt
Die Lohnsumme darf nach 10 Jahren nicht unterhalb von 1.000 % der Lohnsumme zum Erbzeitpunkt liegen.
Der Anteil am Verwaltungsvermögen am betrieblichen Gesamtvermögen darf höchstens 10 % betragen.

Für beide Verschonungsmodelle gilt:

Wahl der Option:
Die Wahl muss mit Abgabe der Steuererklärung unwiderruflich getroffen werden.
Lohnsumme:
Innderhalb der Frist können Mitarbeiter entlassen werden, wenn zum Ende des Sieben- bzw. Zehnjahreszeitraumes wieder entsprechende Einstellungen erfolgen. Es gibt in beiden Fällen keine Indexierung der Lohnsumme. Die Lohnsummenregelung gilt nur für Betriebe, die mehr als zehn Beschäftigte haben.
Doppelbelastung bei Erbschaftsteuer und Einkommensteuer:
Die drohende Doppelbelastung stiller Reserven mit Erbschaftsteuer und Ertragssteuer wird ab 2009 durch eine prozentuale Ermäßigung bei der Einkommensteuer vermindert.
Ausnahme:
Ausnahmen gibt es für die Landwirtschaft. Aus der Verwaltungsvermögensgrenze bleiben zum Beispiel Hofverpachtungen ausgenommen Der Abschlag für landwirtschaftliche Wohngebäude bleibt erhalten.

Nießbrauch

Nießbrauchsgestaltungen werden erbschaftsteuerlich interessant. Der Erwerber darf in Zukunft den Kapitalwert des Nießbrauchs vom Erwerb steuermindernt abziehen.